
Frischer Pulverschnee, strahlender Sonnenschein und unberührte Hänge – scheinbar perfekte Bedingungen für einen unvergesslichen Powder-Tag. Doch damit ein Tag im freien Gelände unbeschwert genossen werden kann, braucht es weit mehr als nur gute Fahrtechnik.
Wer sich abseits gesicherter Pisten bewegt, sollte sich intensiv mit den aktuellen Schnee- und Lawinenverhältnissen auseinandersetzen. Eine realistische Einschätzung der Situation ist entscheidend für sicheres Verhalten im Gelände.
Dazu gehören:
Nur wer Risiken richtig einschätzt und vorbereitet ist, kann verantwortungsvoll im freien Gelände unterwegs sein.

Neben fahrerischem Können und guter Planung spielt die richtige Ausrüstung eine entscheidende Rolle beim Freeriden. Moderne Sicherheitsausrüstung hat sich stark weiterentwickelt und gehört heute zur Grundausstattung im freien Gelände.
Wichtige Ausrüstung:
Regelmässige Kontrollen der Ausrüstung, inklusive Batteriestand, Funktionsprüfung und Testläufe sind essenziell. Im Ernstfall muss man sich auf seine Ausrüstung zu 100 Prozent verlassen können.

Ein sicherer Freeride-Tag startet lange vor der ersten Abfahrt. Sorgfältige Vorbereitung hilft, Risiken frühzeitig zu erkennen und fundierte Entscheidungen zu treffen.
Wichtige Planungsschritte:
Gruppenmanagement spielt eine ebenso grosse Rolle: Abstände im steilen Gelände einhalten, Sammelpunkte wählen, Gefahrenstellen einzeln befahren und Entscheidungen gemeinsam treffen. Klare Rollen und Strategien vermeiden riskante Spontanentscheidungen.
Seit dem Winter 2021 gibt es unterhalb der Laubersgrat-Talstation das Avalanche Training Center (ATC). Die Trainingsanlage bietet eine praxisnahe Möglichkeit, die Lawinenrettung unter realistischen Bedingungen zu trainieren.
Auf einer Fläche von 100 x 100 Metern sind mehrere LVS-Sender vergraben, die Verschüttetensituationen simulieren und gezielte Übungen ermöglichen:
Mit LVS-Gerät und Sonde lässt sich hier die Suche nach Verschütteten effektiv trainieren – eine wichtige Fähigkeit für den Ernstfall. Die Bedienung der Trainingsanlage ist bewusst einfach und selbsterklärend gestaltet, sodass das Gelände für jedermann zugänglich ist – vom neugierigen Einsteiger bis zum erfahrenen Freerider. Zusätzlich steht ein Expertenmodus zur Verfügung, mit dem der Schwierigkeitsgrad individuell angepasst werden kann. Die übersichtlich gestalteten Informationstafeln bieten auch allgemein Interessierten wertvolle Einblicke in die Lawinenrettung.
Das Übungsgelände wird nicht nur von Individualgästen genutzt, sondern auch von Bergführern sowie vom Pisten- und Rettungsdienst für Trainingszwecke.

In solchen Kursen werden vermittelt:
Sie richten sich an Einsteiger ebenso wie an Fortgeschrittene. Regelmäßiges Training kann Leben retten.
Das Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF (Link) in Davos gehört weltweit zu den führenden Forschungseinrichtungen für Schnee- und Lawinenkunde.
Dort wird untersucht:
Die Ergebnisse fliessen direkt in die täglichen Lawinenlageberichte ein, die Freeridern ein unverzichtbares Planungsinstrument bieten.

Freeriden bedeutet auch, die alpine Umwelt zu respektieren. Wildruhezonen und Schutzgebiete sollten eingehalten werden, da Tiere im Winter besonders sensibel auf Störungen reagieren.
Weitere Punkte:

Powder-Tage abseits der Piste bieten einzigartige Erlebnisse, verlangen aber Verantwortung, Wissen und Vorbereitung. Trainingsmöglichkeiten wie das Avalanche Training Center, professionelle Lawinenkurse, aktuelle Forschungsergebnisse und die richtige Ausrüstung helfen dabei, Risiken besser einzuschätzen und im Ernstfall richtig zu reagieren.
Nur wer vorbereitet ist, regelmäßig übt und umsichtig handelt, kann die Freiheit des Freeridens wirklich geniessen.
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