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    Avalanche Training Center - gut vorbereitet neben die Piste

    Avalanche Training Center - gut vorbereitet neben die Piste

    Frischer Pulverschnee, strahlender Sonnenschein und unberührte Hänge – scheinbar perfekte Bedingungen für einen unvergesslichen Powder-Tag. Doch damit ein Tag im freien Gelände unbeschwert genossen werden kann, braucht es weit mehr als nur gute Fahrtechnik.

    Verantwortung im Gelände: Wissen schützt

    Wer sich abseits gesicherter Pisten bewegt, sollte sich intensiv mit den aktuellen Schnee- und Lawinenverhältnissen auseinandersetzen. Eine realistische Einschätzung der Situation ist entscheidend für sicheres Verhalten im Gelände.

    Dazu gehören:

    • Verständnis der Lawinenlageberichte
    • Erkennen von Gefahrenzeichen im Gelände
    • Fundiertes Wissen über Verhalten im Notfall
    • Sicheres Anwenden von Rettungstechniken

    Nur wer Risiken richtig einschätzt und vorbereitet ist, kann verantwortungsvoll im freien Gelände unterwegs sein.

    Freeride-Ausrüstung – mehr als nur Ski und Powder

    Neben fahrerischem Können und guter Planung spielt die richtige Ausrüstung eine entscheidende Rolle beim Freeriden. Moderne Sicherheitsausrüstung hat sich stark weiterentwickelt und gehört heute zur Grundausstattung im freien Gelände.

    Wichtige Ausrüstung:

    • LVS-Gerät (Lawinenverschüttetensuchgerät) – zum Orten verschütteter Personen
    • Lawinensonde – für präzise Ortung unter der Schneedecke
    • Lawinenschaufel – für effizientes Ausgraben
    • Airbag-Rucksack – kann das Risiko einer vollständigen Verschüttung reduzieren
    • Erste-Hilfe-Set – für Notfälle im alpinen Gelände

    Regelmässige Kontrollen der Ausrüstung, inklusive Batteriestand, Funktionsprüfung und Testläufe sind essenziell. Im Ernstfall muss man sich auf seine Ausrüstung zu 100 Prozent verlassen können.

    Tourenplanung und Gruppenmanagement – Sicherheit beginnt zu Hause

    Ein sicherer Freeride-Tag startet lange vor der ersten Abfahrt. Sorgfältige Vorbereitung hilft, Risiken frühzeitig zu erkennen und fundierte Entscheidungen zu treffen.

    Wichtige Planungsschritte:

    • Studium des aktuellen Lawinenlageberichts
    • Analyse von Wetterentwicklung und Temperaturverlauf
    • Einschätzung von Exposition (Hangausrichtung) und Höhenlage
    • Planung von Alternativrouten und Ausstiegsmöglichkeiten
    • Abstimmung innerhalb der Gruppe (Erfahrung, Erwartungen, Fitness)

    Gruppenmanagement spielt eine ebenso grosse Rolle: Abstände im steilen Gelände einhalten, Sammelpunkte wählen, Gefahrenstellen einzeln befahren und Entscheidungen gemeinsam treffen. Klare Rollen und Strategien vermeiden riskante Spontanentscheidungen.

    Avalanche Training Center – realistisch üben

    Seit dem Winter 2021 gibt es unterhalb der Laubersgrat-Talstation das Avalanche Training Center (ATC). Die Trainingsanlage bietet eine praxisnahe Möglichkeit, die Lawinenrettung unter realistischen Bedingungen zu trainieren.

    Auf einer Fläche von 100 x 100 Metern sind mehrere LVS-Sender vergraben, die Verschüttetensituationen simulieren und gezielte Übungen ermöglichen:

    • Die Sender können zentral per Funk ein- und ausgeschaltet werden.
    • Das Sondierziel beträgt 40 x 60 Zentimeter und erlaubt eine realistische Punktsuche.
    • Treffer werden sowohl im LVS-Gerät des Suchenden als auch an der Steuerzentrale angezeigt.

    Mit LVS-Gerät und Sonde lässt sich hier die Suche nach Verschütteten effektiv trainieren – eine wichtige Fähigkeit für den Ernstfall. Die Bedienung der Trainingsanlage ist bewusst einfach und selbsterklärend gestaltet, sodass das Gelände für jedermann zugänglich ist – vom neugierigen Einsteiger bis zum erfahrenen Freerider. Zusätzlich steht ein Expertenmodus zur Verfügung, mit dem der Schwierigkeitsgrad individuell angepasst werden kann. Die übersichtlich gestalteten Informationstafeln bieten auch allgemein Interessierten wertvolle Einblicke in die Lawinenrettung.

    Das Übungsgelände wird nicht nur von Individualgästen genutzt, sondern auch von Bergführern sowie vom Pisten- und Rettungsdienst für Trainingszwecke.

    Lawinenkurse – Sicherheit durch Ausbildung

    • Wer sich ernsthaft auf das Fahren abseits der Piste vorbereiten möchte, sollte einen Lawinenkurs besuchen, z. B. bei lokalen Bergführerschulen wie Engelberg Mountain Guide.

    In solchen Kursen werden vermittelt:

    • Effiziente Personenrettung
    • Sichere Routenwahl und Präventionsmaßnahmen
    • Entscheidungsstrategien im Gelände
    • Risikomanagement

    Sie richten sich an Einsteiger ebenso wie an Fortgeschrittene. Regelmäßiges Training kann Leben retten.

    Schnee- und Lawinenforschung – Wissen aus Davos

    Das Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF (Link) in Davos gehört weltweit zu den führenden Forschungseinrichtungen für Schnee- und Lawinenkunde.

    Dort wird untersucht:

    • Stabilität verschiedener Schneeschichten
    • Entstehung von Schwachschichten in der Schneedecke
    • Wetter- und Schneemodelle zur Lawinenprognose
    • Auswirkungen des Klimawandels auf Schneeverhältnisse

    Die Ergebnisse fliessen direkt in die täglichen Lawinenlageberichte ein, die Freeridern ein unverzichtbares Planungsinstrument bieten.

    Freeriden bedeutet auch, die alpine Umwelt zu respektieren. Wildruhezonen und Schutzgebiete sollten eingehalten werden, da Tiere im Winter besonders sensibel auf Störungen reagieren.

    Weitere Punkte:

    • Aufstiegsspuren und bestehende Lines respektieren
    • Rücksicht auf Tourengeher und andere Freerider nehmen
    • Müll wieder mit ins Tal nehmen
    • Lokale Regeln beachten

    Fazit – Freiheit mit Verantwortung

    Powder-Tage abseits der Piste bieten einzigartige Erlebnisse, verlangen aber Verantwortung, Wissen und Vorbereitung. Trainingsmöglichkeiten wie das Avalanche Training Center, professionelle Lawinenkurse, aktuelle Forschungsergebnisse und die richtige Ausrüstung helfen dabei, Risiken besser einzuschätzen und im Ernstfall richtig zu reagieren.

    Nur wer vorbereitet ist, regelmäßig übt und umsichtig handelt, kann die Freiheit des Freeridens wirklich geniessen.

    Weitere Informationen Freeriden am TITLIS

    Kontakt

    TITLIS Bergbahnen
    Gerschnistrasse 14
    6390 Engelberg

    titlis@titlis.ch
    +41 (0)41 639 50 50

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